Schadsoftware

"Malware" (malicious software) ist der Oberbegriff für bösartige Software. Als Ziel hat sie oft nicht einzelne ausgewählte Ziele sondern möglichst viele Rechner und andere internetfähige Geräte, zum Beispiel Smartphones, Überwachungskameras, und "smart"-Toaster.

Jeder Rechner mit Netzwerkanschluss (auch über W-Lan, Modem, ISDN, Kabel oder DSL) ist ein Ziel für Schadsoftware, weil Unbekannte mit den von ihnen kontrollierten Rechnern Geld verdienen können. Um ein paar Beispiele zu nennen:

  • Alle von einem Schädling infizierten Rechner können zu einer «Rechner-Armee» (Botnetz) zusammengeschlossen werden. Anschliessend können mit diesem Botnetz andere Webserver mit Anfragen überfordert werden (so genannte Distributed Denial of Service- Angriffe, kurz DDoS ). Dabei geht es zum Beispiel um kriminelle Erpressung («Überweisen Sie Geld auf ein Nummernkonto, oder Ihr Web-Shop wird ausser Betrieb gesetzt») oder um politisch motivierte Attacken (der Server einer Regierung oder einer Bank ist nicht mehr erreichbar).
  • Unerwünschte Werbe-E-Mails (Spam) sind zum Beispiel mittlerweile in fast allen Ländern illegal. Wer sie trotzdem verschicken will, verwendet daher nicht seinen eigenen Computer, über den er aufgespürt werden könnte, sondern bedient sich der Dienste von fremdgesteuerten Rechnern – ohne dass deren Besitzer etwas davon wissen. Auf gekaperten Rechnern werden auch vorgetäuschte Bankseiten betrieben, mit Hilfe derer Bankdaten von Fremden für Bankbetrug erschlichen werden.
  • Viele Schädlinge durchsuchen die Festplatte nach Lizenzschlüsseln, Kreditkarten-Daten, Virtuellen Geldbörsen, Bitcoin-wallets und E-Mail-Adressen. So kann es passieren, dass Ihre persönliche Lizenz plötzlich illegal von vielen anderen Rechnern verwendet wird, dass über Ihre Kreditkarte unerlaubt Transkationen gemacht werden oder dass Sie und Ihre E-Mail- Partner Spam erhalten.
  • Manche Schädlinge, Keylogger, zeichnen alle Tastatureingaben auf, analysieren sie und leiten sie automatisch per Netz an den Hersteller der schädlichen Software weiter. Von grossem Interesse sind besonders Zugangsdaten zu anderen Systemen, zum Beispiel Online-Bankkonten, Paypal, Auktionsseiten wie eBay sowie natürlich Kreditkartendaten.
  • Erpressungstrojaner verschlüsseln die Daten auf dem Rechner und verlangen Geld für den Entschlüsselungscode.